JOCHEN SAURENBACH

Zu den prägenden Gestalten der Kölner Gay Community gehört seit Anfang der siebziger Jahre Jochen Saurenbach. Er machte sich zuerst einen Namen als Betreiber der größten und ersten Schwulendisko in Deutschland, des legendären Pimpernel. Zugleich engagierte er sich in der schwulen Emanzipationsbewegung der 70er wie auch in den AIDS-Aktionsgruppen der 90er Jahre. Jochen Saurenbach ist auch Herausgeber der BOX.
Wo bist du geboren und aufgewachsen?
Ich wurde in Wuppertal geboren. Aufgewachsen bin ich aber in einem kleinen Dorf bei Waldbröl in den 40er- und 50er- Jahren. Zur Schule ging ich in ein Gymnasium in Gummersbach im Bergischen, wo ich 1962 mein Abitur machte.
Ich wurde in Wuppertal geboren. Aufgewachsen bin ich aber in einem kleinen Dorf bei Waldbröl in den 40er- und 50er- Jahren. Zur Schule ging ich in ein Gymnasium in Gummersbach im Bergischen, wo ich 1962 mein Abitur machte.
Wenn du zurück denkst, was ist für dich das Prägende aus dieser Zeit?
Für mich war es eine unglaublich autoritäre Zeit, Prügel durch die Lehrer waren an der Tagesordnung. Viele waren ja noch durch die Nazi-Zeit geprägt. Es gab natürlich auch Ausnahmen, aber die negativen Seiten bleiben einem eher in Erinnerung.
Für mich war es eine unglaublich autoritäre Zeit, Prügel durch die Lehrer waren an der Tagesordnung. Viele waren ja noch durch die Nazi-Zeit geprägt. Es gab natürlich auch Ausnahmen, aber die negativen Seiten bleiben einem eher in Erinnerung.
Was hast du nach dem Abitur gemacht?
Ich habe BWL und VWL in Köln studiert.
Ich habe BWL und VWL in Köln studiert.
Wann hast du das erste Mal gemerkt, dass du schwul bist?
Ich war erst 11 Jahre, da wusste ich schon dass ich schwul bin.
Ich war erst 11 Jahre, da wusste ich schon dass ich schwul bin.
Hattest du Schuldgefühle?
Nein, gar nicht … ich empfand es als geil. n Wann hattest du deine ersten Erfahrungen?
Zwischen dem mündlichen und schriftlichen Abitur bin ich nach Köln. Dort habe ich am Bahnhof, ich kannte ja keine Szene wie Bars, einen Mann kennen gelernt.
Nein, gar nicht … ich empfand es als geil. n Wann hattest du deine ersten Erfahrungen?
Zwischen dem mündlichen und schriftlichen Abitur bin ich nach Köln. Dort habe ich am Bahnhof, ich kannte ja keine Szene wie Bars, einen Mann kennen gelernt.
War Homosexualität nicht verboten?
Ja, ich bin auch einmal an einem Cruising-Ort festgenommen worden, in flagranti. Es ist aber zum Glück nichts passiert, die Polizisten haben uns nur des Ortes verwiesen.
Nachdem ich meine erste Bude in Köln hatte, hatte ich auch meine erste Beziehung und war zumeist bei meinem Freund. Für mich war das nichts Außergewöhnliches.
Durch ihn kam ich dazu, mein Studium nicht fortzusetzen und habe mit ihm stattdessen einen Blumenladen aufgemacht. Am Köln-Mülheimer Bahnhof. Am Ende hatten wir drei Blumenläden, einen auch auf der Hohen Pforte in Köln, und dadurch ergab sich eine Menge Arbeit.
Ja, ich bin auch einmal an einem Cruising-Ort festgenommen worden, in flagranti. Es ist aber zum Glück nichts passiert, die Polizisten haben uns nur des Ortes verwiesen.
Nachdem ich meine erste Bude in Köln hatte, hatte ich auch meine erste Beziehung und war zumeist bei meinem Freund. Für mich war das nichts Außergewöhnliches.
Durch ihn kam ich dazu, mein Studium nicht fortzusetzen und habe mit ihm stattdessen einen Blumenladen aufgemacht. Am Köln-Mülheimer Bahnhof. Am Ende hatten wir drei Blumenläden, einen auch auf der Hohen Pforte in Köln, und dadurch ergab sich eine Menge Arbeit.
War diese Beziehung von Mann zu Mann in dieser Zeit nicht problematisch?
Nein, seltsamer Weise haben wir nie Probleme gehabt. Durch unsere Arbeit und die Kreise, in denen wir verkehrten, wurden wir quasi unter dem Label Künstler geführt und da hatte man einen gewissen Ausnahmestatus.
Nein, seltsamer Weise haben wir nie Probleme gehabt. Durch unsere Arbeit und die Kreise, in denen wir verkehrten, wurden wir quasi unter dem Label Künstler geführt und da hatte man einen gewissen Ausnahmestatus.
Wie kam es dann zur Eröffnung des Kreml, deines ersten Lokals?
Mit den Blumenläden hatte man sehr viel Arbeit, von früh morgens bis spät abends und das auch damals schon für ein eher bescheidenes Einkommen. Wir waren zudem jeden Abend in den damaligen wenigen schwulen Kneipen unterwegs und dann kam uns die Idee, etwas im Bereich Gastronomie zu machen.
Mit den Blumenläden hatte man sehr viel Arbeit, von früh morgens bis spät abends und das auch damals schon für ein eher bescheidenes Einkommen. Wir waren zudem jeden Abend in den damaligen wenigen schwulen Kneipen unterwegs und dann kam uns die Idee, etwas im Bereich Gastronomie zu machen.
Und daraus wurde dann die Disko?
Ja, wir haben dann den Kreml aufgemacht, am Rudolfplatz. Dort wo heute der Brunnen an der Stadtsparkasse ist. Es war eine Diskothek.
Für 1969 war es etwas absolut Neues, im Stil der Jugendbewegung der Zeit - wir waren ja alle sehr jung damals, viele Besucher gerade Anfang 20.
Es gab keine Tische und Stühle, es gab psychedelische Musik, eine richtige Tanzfläche.
Ja, wir haben dann den Kreml aufgemacht, am Rudolfplatz. Dort wo heute der Brunnen an der Stadtsparkasse ist. Es war eine Diskothek.
Für 1969 war es etwas absolut Neues, im Stil der Jugendbewegung der Zeit - wir waren ja alle sehr jung damals, viele Besucher gerade Anfang 20.
Es gab keine Tische und Stühle, es gab psychedelische Musik, eine richtige Tanzfläche.
Es war aber noch keine schwule Disko.
Der Kreml wurde 1969 aufgemacht, in dem Jahr wurde Homosexualität gerade entkriminalisiert. Wir hatten zwar sofort viele Schwule als Publikum, aber die Mehrheit war ein gemischtes Publikum.
Der Kreml wurde 1969 aufgemacht, in dem Jahr wurde Homosexualität gerade entkriminalisiert. Wir hatten zwar sofort viele Schwule als Publikum, aber die Mehrheit war ein gemischtes Publikum.
Und wann wurde daraus das legendäre Pimpernel?
1972, wir fanden, es war an der Zeit, einen solchen Schritt zu wagen, denn das war damals noch was vollkommen Neues und Anderes als heute. Alles war ja damals neu und aufregend.
In den siebziger Jahren war das Pimpernel ja lange Zeit die größte schwule Disko in Deutschland und eine der größten in Europa? Zugleich etablierte es einen neuen Stil!
Ja, unsere Gäste kamen aus ganz Europa und aller Welt. Die Leute fuhren damals noch viel herum und ich denke, wir schufen mit dem Pimpernel erstmals einen Raum, in dem man selbstverständlich schwul sein und unbefangen feiern konnte. Große Teile der Szene waren ja damals noch durch die prüden 60er und den “Plüsch” geprägt. So, wie man es in Praunheims berühmten Film “Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Gesellschaft, in der er lebt!” gut an der Berliner Szene sehen kann.
1972, wir fanden, es war an der Zeit, einen solchen Schritt zu wagen, denn das war damals noch was vollkommen Neues und Anderes als heute. Alles war ja damals neu und aufregend.
In den siebziger Jahren war das Pimpernel ja lange Zeit die größte schwule Disko in Deutschland und eine der größten in Europa? Zugleich etablierte es einen neuen Stil!
Ja, unsere Gäste kamen aus ganz Europa und aller Welt. Die Leute fuhren damals noch viel herum und ich denke, wir schufen mit dem Pimpernel erstmals einen Raum, in dem man selbstverständlich schwul sein und unbefangen feiern konnte. Große Teile der Szene waren ja damals noch durch die prüden 60er und den “Plüsch” geprägt. So, wie man es in Praunheims berühmten Film “Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Gesellschaft, in der er lebt!” gut an der Berliner Szene sehen kann.
Wann begann dein Engagement in der Schwulenbewegung?
Etwa zeitgleich mit der Eröffnung des Pimpernel. Die Szene war mir zu sehr vom Mief der 50er und 60er geprägt. Ich dachte, es ist Zeit, da raus zu kommen und empfand Schwulsein als etwas Selbstverständliches.
Etwa zeitgleich mit der Eröffnung des Pimpernel. Die Szene war mir zu sehr vom Mief der 50er und 60er geprägt. Ich dachte, es ist Zeit, da raus zu kommen und empfand Schwulsein als etwas Selbstverständliches.
Warum hast du dich denn für die studentisch und intellektuell geprägte SAK entschieden und nicht für die etablierte glf?
Die glf war für mich eher eine Wohnzimmerschwulengruppe und mit viel zu geringem politischen Engagement. Die SAK hatte einen dezidiert politischen Anspruch, das reizte mich.
Die glf war für mich eher eine Wohnzimmerschwulengruppe und mit viel zu geringem politischen Engagement. Die SAK hatte einen dezidiert politischen Anspruch, das reizte mich.
Du hattest ja nur eingeschränkte Möglichkeiten, an den Aktionen teilzuhaben, weil du ja arbeiten musstest. War das auch einer der Gründe, der SAK anzubieten, sich im Pimpernel zu treffen?
Ja, es gab dann am Sonntagnachmittag das Plenum und Montagabend den Gruppentreff.n Das war doch ein mutiges Unterfangen, nicht allen Besuchern des Pimpernel gefiel das?
Stimmt, aber das war ja gerade für mich mein Anliegen: Bewegung und Szene zusammen zu bringen. Dass eine politische und schwule Gruppe in der Szene zuhause war und die Gäste mit mehr konfrontiert wurden als Diskomusik.
Ich glaube, allen Widerständen zum Trotz, hat dies auch die Gäste geprägt und umgekehrt. Ich denke, für Köln hatte das langfristige Wirkungen.
Ja, es gab dann am Sonntagnachmittag das Plenum und Montagabend den Gruppentreff.n Das war doch ein mutiges Unterfangen, nicht allen Besuchern des Pimpernel gefiel das?
Stimmt, aber das war ja gerade für mich mein Anliegen: Bewegung und Szene zusammen zu bringen. Dass eine politische und schwule Gruppe in der Szene zuhause war und die Gäste mit mehr konfrontiert wurden als Diskomusik.
Ich glaube, allen Widerständen zum Trotz, hat dies auch die Gäste geprägt und umgekehrt. Ich denke, für Köln hatte das langfristige Wirkungen.
Aus dem Pimpernel und durch die SAK heraus entstanden ja Aktionen wie der erste CSD in Köln, die Initiative für die Arbeitskreise bei SPD und Grünen, das politische Programm der SAK, das später ja auch Eingang fand in die Forderungen der Bewegung. Soviel Politik von einem, der die größte Disko der Republik machte, was trieb dich dazu?
Ich weiß es nicht. Es waren auch viele Freundschaften, die einen anhielten, weiterzumachen. Die Überzeugung, dass es einfach notwendig war, diese Veränderungen herbeizuführen.
Ich wollte einfach als Schwuler genauso unbeschwert leben können wie meine heterosexuellen Nachbarn.
Ich weiß es nicht. Es waren auch viele Freundschaften, die einen anhielten, weiterzumachen. Die Überzeugung, dass es einfach notwendig war, diese Veränderungen herbeizuführen.
Ich wollte einfach als Schwuler genauso unbeschwert leben können wie meine heterosexuellen Nachbarn.
Das Pimpernel hatte ja für die damalige Zeit Trendcharakter, es wurde die aktuellste Musik aus den USA und GB gespielt, es war Vorbild für viele Lokale, die später entstanden.
Darauf legten wir Wert und die Gäste und selbst die Jungs aus der SAK halfen uns: Sie berichteten von den neuesten Trends aus aller Welt, brachten Anregungen aus den USA mit. Zusammen mit unserem damaligen Resident DJ Peter Giffels fuhren wir oft nach Amsterdam, um uns dort die aktuellsten Scheiben zu besorgen.n Wann ging diese Zeit zu Ende?
Also für mich so 1982/1983. Kurz bevor es mit AIDS los ging. Es war zugleich die hohe Zeit der schwulen Disko, aber auch gleichzeitig ihr Ende.n In den Siebzigern warst du sehr in der SPD engagiert, dann Anfang der Achtziger warst du aber bei den Grünen, warum?
Ja, zu Beginn der 80er habe ich mich bei den Grünen engagiert. Unter Helmut Schmidt wurde mir die SPD zu bürgerlich und stand schwulen Fragen sehr ablehnend gegenüber. Da blieben nur die Grünen.
Ich war eine Zeit lang im Sprecherrat der Kölner Grünen und engagierte mich bei den Schwulen Grünen, soweit dies meine Zeit zuließ.
Darauf legten wir Wert und die Gäste und selbst die Jungs aus der SAK halfen uns: Sie berichteten von den neuesten Trends aus aller Welt, brachten Anregungen aus den USA mit. Zusammen mit unserem damaligen Resident DJ Peter Giffels fuhren wir oft nach Amsterdam, um uns dort die aktuellsten Scheiben zu besorgen.n Wann ging diese Zeit zu Ende?
Also für mich so 1982/1983. Kurz bevor es mit AIDS los ging. Es war zugleich die hohe Zeit der schwulen Disko, aber auch gleichzeitig ihr Ende.n In den Siebzigern warst du sehr in der SPD engagiert, dann Anfang der Achtziger warst du aber bei den Grünen, warum?
Ja, zu Beginn der 80er habe ich mich bei den Grünen engagiert. Unter Helmut Schmidt wurde mir die SPD zu bürgerlich und stand schwulen Fragen sehr ablehnend gegenüber. Da blieben nur die Grünen.
Ich war eine Zeit lang im Sprecherrat der Kölner Grünen und engagierte mich bei den Schwulen Grünen, soweit dies meine Zeit zuließ.
Wann wurde das Pimpernel denn geschlossen?
Das war 1988/89. Der Mietvertrag war eh ausgelaufen, die Stadtsparkasse plante ja dort ihren Neubau.
Ich war aber selbst total ausgelaugt, hatte einfach keine Lust mehr. Es war Zeit für einen Wechsel.
Das war 1988/89. Der Mietvertrag war eh ausgelaufen, die Stadtsparkasse plante ja dort ihren Neubau.
Ich war aber selbst total ausgelaugt, hatte einfach keine Lust mehr. Es war Zeit für einen Wechsel.
Wie hast du den Beginn von AIDS erlebt?
Zuerst konnte ich es nicht glauben. Wir alle waren natürlich total überfordert zu erkennen, dass hier tatsächlich eine schlimme Sache auf uns zukam. Vor allem, nachdem wir uns ja erst in den Siebzigern sexuell befreit hatten.
Als es dann den Test gab, musste ich erkennen, dass viele von meinem Personal HIV-positiv waren.
Zuerst konnte ich es nicht glauben. Wir alle waren natürlich total überfordert zu erkennen, dass hier tatsächlich eine schlimme Sache auf uns zukam. Vor allem, nachdem wir uns ja erst in den Siebzigern sexuell befreit hatten.
Als es dann den Test gab, musste ich erkennen, dass viele von meinem Personal HIV-positiv waren.
Und du selbst?
Ich erfuhr vor rund 25 Jahren von meiner Infektion. Ich habe 1987 meinen ersten Test bei einem Arzt gemacht und erfuhr dann, dass er positiv war. Allerdings lebte ich für gut über ein Jahrzehnt ziemlich problemfrei mit HIV.
Ich erfuhr vor rund 25 Jahren von meiner Infektion. Ich habe 1987 meinen ersten Test bei einem Arzt gemacht und erfuhr dann, dass er positiv war. Allerdings lebte ich für gut über ein Jahrzehnt ziemlich problemfrei mit HIV.
Du hast dich dann ja auch sehr schnell hier engagiert?
Nach meiner Zeit im Pimpernel bin ich zu der Kölner ACT UP Gruppe gegangen. Aus und mit dieser sind ja, von mir mitgetragen, viele Initiativen gekommen: Der Infopool, aus dem Checkpoint wurde, das Entstehen des neueren Kölner CSD.
Nach meiner Zeit im Pimpernel bin ich zu der Kölner ACT UP Gruppe gegangen. Aus und mit dieser sind ja, von mir mitgetragen, viele Initiativen gekommen: Der Infopool, aus dem Checkpoint wurde, das Entstehen des neueren Kölner CSD.
Und du warst einer Hauptinitiatoren des Kölner CSDs?
Ja, zusammen mit Leuten wie Rainer Klenke, Michael Zgonjanin, Jörg Vadtke, dann kamen Brigitte Maser, Andrea vom Secrets hinzu.
Es war eine spannende Zeit des neuen Aufbruchs. Aus dieser Initiative, wo ich zusammen mit Michael Zgonjanin mit seinen Erfahrungen aus den USA, das Konzept der Kölner CSD Parade entwickelte - die in den ersten Jahren durch die Kölner Bartmänner organisiert wurde, entstand ja dann schließlich der KLuST.
Ja, zusammen mit Leuten wie Rainer Klenke, Michael Zgonjanin, Jörg Vadtke, dann kamen Brigitte Maser, Andrea vom Secrets hinzu.
Es war eine spannende Zeit des neuen Aufbruchs. Aus dieser Initiative, wo ich zusammen mit Michael Zgonjanin mit seinen Erfahrungen aus den USA, das Konzept der Kölner CSD Parade entwickelte - die in den ersten Jahren durch die Kölner Bartmänner organisiert wurde, entstand ja dann schließlich der KLuST.
Seit 1993 gibst du die BOX heraus, wie entstand das?
Die BOX war ein Produkt der direkten Prävention, die ich zusammen mit Michael Zgonjanin, der damals im Kölner Gesundheitsamt die Prävention für die Schwule Szene koordinierte, aufgebaut hatte.
Wir organisierten ja bis zu einem Dutzend SaferSex Partys in Köln und in NRW. Und wir nutzten längere Zeit Deutschlands erste bundesweite, frei verteilte schwule Zeitung, die FIRST, um unsere Botschaften unter die Leute zu bringen. Als dies Anfang der Neunziger durch die sich ändernden Zeiten nicht mehr so möglich war, überlegten wir uns, ein eigenes Blatt zu machen, das vor allem jene Szenen abdeckte, die vom entstehenden Mainstream immer mehr ausgegrenzt wurden: Leder, Fetisch, Bären, sexuell aktive Schwule. Das war der Anfang der BOX.
Die BOX war ein Produkt der direkten Prävention, die ich zusammen mit Michael Zgonjanin, der damals im Kölner Gesundheitsamt die Prävention für die Schwule Szene koordinierte, aufgebaut hatte.
Wir organisierten ja bis zu einem Dutzend SaferSex Partys in Köln und in NRW. Und wir nutzten längere Zeit Deutschlands erste bundesweite, frei verteilte schwule Zeitung, die FIRST, um unsere Botschaften unter die Leute zu bringen. Als dies Anfang der Neunziger durch die sich ändernden Zeiten nicht mehr so möglich war, überlegten wir uns, ein eigenes Blatt zu machen, das vor allem jene Szenen abdeckte, die vom entstehenden Mainstream immer mehr ausgegrenzt wurden: Leder, Fetisch, Bären, sexuell aktive Schwule. Das war der Anfang der BOX.
In der zweiten Hälfte der Neunziger entwickelte sich auch bei dir AIDS. Wie war das für dich?
Mein Zustand verschlechtere sich und es bildete sich das Vollbild aus. Ich begann, Medikamente zu nehmen. Ich war einer der ersten mit der so genannten Dreierkombi.
Inzwischen ist es aber so, dass ich viele Freunde durch Krebs oder andere Krankheiten verloren habe. Das wirkt sich ja aus.
Mein Zustand verschlechtere sich und es bildete sich das Vollbild aus. Ich begann, Medikamente zu nehmen. Ich war einer der ersten mit der so genannten Dreierkombi.
Inzwischen ist es aber so, dass ich viele Freunde durch Krebs oder andere Krankheiten verloren habe. Das wirkt sich ja aus.


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