THEKENGEFLÜSTER: DIRK VONGEHR

Dirk Vongehr ist vielen als Sportler, genauer gesagt als Volleyballspieler beim Kölner schwul-lesbischen Sportverein SC Janus bekannt. BOX wollte mehr über ihn und seine Arbeit als Apotheker wissen und fragte nach.
n Dirk, bist du Kölner, oder auch wie viele hier zugereist?
Geboren bin ich in Gummersbach und bin auch dort zur Schule gegangen. Nach meinem Abitur und meiner Zeit bei der Bundeswehr habe ich dann in Bonn Pharmazie studiert. Mein praktisches Jahr habe ich aber bereits in Köln gemacht und 1999 habe ich hier auf der Severinstraße in der Paradies-Apotheke als angestellter Apotheker angefangen. Es ergab sich, dass ich die Apotheke am 1. Januar 2009 übernehmen konnte.
n Fühlst du dich als Mitglied, als Teil der Community?
Sowohl als Teil der Severinsviertel-Community als auch als Teil der Gay Community. Denn hier im Severinsviertel wohnen ja auch viele schwule Männer, die ich abends in „unseren" Kneipen und Lokalen treffe. Leider gehe ich viel zu selten aus, um Freunde und Bekannte oder auch Kunden zu treffen, das sollte ich mal ändern. Andererseits musste ich feststellen, dass nicht wenige der alten Kunden nicht mehr zu mir kommen, seit ich die Apotheke übernommen habe.
n Wieso das?
Sie akzeptierten mich als angestellten schwulen Apotheker, wohl aber nicht als Inhaber.
n Diese Reaktion habe ich so auch noch nie erfahren.
Damit muss ich wohl leben, auf der anderen Seite kommen dann auch neue Kunden aus der Gay Community zu uns. Schließlich war der Name Bermuda-Dreieck früher in Köln für das Viertel Hohe Pforte, Mühlenbach und Mathiasstraße und Umgebung gebräuchlich, bevor er dann in der Schaafenstraße - Mauritiuswall übernommen wurde.
Es wohnen ja auch noch viele hier im Vringsveedel. Dann stehe ich auch in engem Kontakt mit einigen anderen Unternehmern hier im Viertel, die sich auch zur Gay Community zugehörig fühlen. Und gemeinsam versuchen wir hier ein Netzwerk zu bilden.
Die Zusammenarbeit mit SchwIPS (Schwule Initiative für Pflege und Soziales), der AIDS-Hilfe Köln, oder auch mit der Ambulanz der Uniklinik sind für mich selbstverständlich. Wir sind auch eine Schwerpunktapotheke für HIV-Patienten. Einige Kollegen hier im Viertel schicken auch ihre Patienten zu uns, da sie nicht immer alle Medikamente auf Lager haben, so wie wir. Außerdem kommen chronisch Kranke bei uns in den Genuss eines besonderen Bonusprograms. Einfach mal nachfragen.
n Wie sieht dein Privatleben aus?
Zu dem Beruflichen möchte ich noch sagen, dass ich Apotheker nicht so sehr als Kaufmann bin, sondern eher mit Leidenschaft. Der Beruf füllt mich aus und macht mir sehr großen Spaß, ich bin froh, sagen zu können, dass Apotheker mein Traumberuf ist.
Zum Privaten, ich spiele seit 23 Jahren Volleyball beim SC Janus, ich gehe gern ins Kino und Urlaub genieße ich meistens auf Gran Canaria. Mein Freund arbeitet mit in der Apotheke. Er ist Engländer und lernt z.Zt. fleißig deutsch.
n Wohnst du auch hier in der Nähe?
Nein, ich wohne in Brühl, ganz nah an der Haltestelle der Linie 18 und bin so sehr schnell hier in der Severinstraße.


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